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Heizen ohne Strom

Fällt im Winter der Strom aus, bleibt meist auch die Heizung kalt. Mit einem warmen Raum, der richtigen Kleidung und sicheren Wärmequellen kommst du trotzdem gut durch die Tage.

6 MIN LESEZEITNACH BBKSTAND 10/2026BILD: KI-GENERIERT
KI-generiertes Bild: Sofa mit Wolldecke, Schlafsack und Teetasse im Licht einer Laterne, vor der Tür hängt ein Vorhang, draußen Schnee

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  1. Gas-, Öl- und Wärmepumpen-Heizungen brauchen Strom. Beim Stromausfall fallen sie fast immer aus.
  2. Zieh dich in einen Raum zurück und halte die Türen zu. Kurz lüften nicht vergessen.
  3. Kleidung in Schichten, Decken, Schlafsack und Wärmflasche überbrücken laut BBK eine ganze Weile.
  4. Nie mit Grill, Campingkocher oder Gasherd heizen. Ein Kohlenmonoxid-Melder warnt vor dem unsichtbaren Gas.
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Warum die Heizung ohne Strom ausfällt

Viele denken: Meine Heizung läuft mit Gas oder Öl, also bleibt es warm. Leider nein. Fast jede moderne Heizung braucht Strom.

HeizungOhne Strom?Warum
Gas- oder Ölheizungfällt ausSteuerung, Zündung und Umwälzpumpe brauchen Strom
Wärmepumpefällt ausläuft komplett mit Strom
Fernwärmefällt meist ausdie Pumpen im Haus brauchen Strom
Nachtspeicher, Elektroheizungfällt ausSpeicher geben nur noch die Restwärme ab
Pelletofenfällt ausFörderschnecke und Gebläse brauchen Strom
Kaminofen mit Holzläuft weiterbraucht keinen Strom

Die gute Nachricht: Eine Wohnung kühlt nicht sofort aus. Wände und Möbel speichern Wärme. Je besser das Haus gedämmt ist, desto länger bleibt es erträglich. Trotzdem solltest du schon in den ersten Stunden Wärme sparen.

Manche Heizungen lassen sich vom Fachbetrieb so umbauen, dass sie an einer Notstromquelle laufen. Das darf nur ein Elektriker oder Heizungsbauer machen. Mehr zur Vorsorge findest du im Ratgeber Stromausfall.

Einen Raum warm halten

Das BBK rät, sich möglichst in einem Raum aufzuhalten und die Türen geschlossen zu halten. So geht die Wärme von Menschen, Kerzen oder Kocher nicht verloren.

Kleiner Raumam besten innenwenige Außenwände, wenig Fensterfläche, möglichst Sonnenseite
Türen zuRitzen dichtzusammengerollte Handtücher oder eine Decke vor die Tür legen
Vor­hängeabends zuVorhänge und Rollläden halten nachts Wärme drin
Sonnetagsüber reinbei Sonnenschein Vorhänge auf, Wärme kostenlos
Lüftenkurz und kräftigein paar Minuten Fenster weit auf, dann wieder zu
Zu­sammenin einem Raumjeder Mensch gibt Wärme ab, wie ein kleines Heizgerät

Für Licht ohne Kerzen-Risiko sorgen Stirnlampe und LED-Laterne, mehr dazu unter Licht bei Stromausfall.

Lüften ist trotzdem wichtig. Ohne frische Luft steigt die Feuchtigkeit und es kann Schimmel entstehen. Bei Kerzen, Brennpaste oder Gas fehlt sonst Sauerstoff. Kurzes Stoßlüften kostet wenig Wärme, ein dauerhaft gekipptes Fenster dagegen viel.

Warm am Körper: Kleidung, Decken, Schlafen

Die günstigste Heizung bist du selbst. Laut BBK lassen sich warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke eine Zeit lang statt der Heizung nutzen.

  • Zwiebelprinzip: Mehrere dünne Schichten wärmen besser als ein dicker Pullover. Unten Funktions- oder Wollunterwäsche, darüber Fleece, außen eine Jacke. Mehr dazu im Ratgeber Kleidung.
  • Kopf, Hände, Füße: Mütze, Handschuhe und dicke Wollsocken machen viel aus.
  • Trocken bleiben: Feuchte Kleidung kühlt aus. Verschwitzte Sachen gleich wechseln.
  • Schlafen: im wärmsten Raum, mit Isomatte oder dicker Decke unter dir. Kälte kommt vor allem von unten. Ein Schlafsack mit einer Komforttemperatur um 0 °C oder darunter reicht für eine kalte Wohnung.
  • Wärmflasche: Wärmt das Bett oder den Schlafsack vor. Nimm heißes, aber nicht kochendes Wasser, füll sie nur zu etwa zwei Dritteln und drück die Luft heraus.
  • Warm essen und trinken: Heißer Tee aus der Thermoskanne und warme Mahlzeiten helfen. Wie das ohne Herd geht, steht unter Kochen ohne Strom.
  • Bewegen: Ein paar Minuten Bewegung bringen den Kreislauf in Schwung.

Achte auf Unterkühlung

  1. Gefährdet sind besonders Babys, kleine Kinder, ältere und kranke Menschen. Schau auch bei Nachbarn vorbei.
  2. Warnzeichen: starkes Zittern, Verwirrtheit, große Müdigkeit, undeutliche Sprache.
  3. Dann: in Decken wickeln, warme Getränke geben (keinen Alkohol) und bei Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung 112 rufen.

Welche Wärmequelle ist drinnen sicher?

Jedes Gerät, das etwas verbrennt, verbraucht Sauerstoff und kann Kohlenmonoxid bilden. Deshalb gilt: nur Geräte nutzen, die ausdrücklich für Innenräume gemacht sind.

WärmequelleDrinnen?Hinweis
Kaminofenja, wenn vorhandenvom Schornsteinfeger abgenommen, trockenes Holz auf Vorrat
Gasheizer mit Zulassung für Innenräumenur mit SicherungenSauerstoffmangel- und Zündsicherung, CO-Melder, regelmäßig lüften, vorher beraten lassen
Petroleumofen, Ethanolkaminnur mit Zulassunglaut BBK möglich, aber wenig Wärme, Brandgefahr, lüften
Heizlüfter an der Powerstationja, aber kurzrund 2.000 Watt: Eine 1.000-Wh-Powerstation ist nach etwa 30 Minuten leer
Heizdecke an der Powerstationjabraucht nur einen Bruchteil davon und wärmt direkt am Körper
Grill, Campingkocher, TerrassenheizernieLebensgefahr durch Kohlenmonoxid
Gasherd oder Backofen zum Heizennienicht dafür gebaut, Kohlenmonoxid und Brandgefahr

Quellen: BBK, Ratgeber „Vorsorge und Handeln bei Stromausfall“ und Fachinformation „Autarke Notstromversorgung der Bevölkerung“ (Heizstrahler im Schnitt rund 2.100 W). Die Leistung deiner Heizdecke steht auf dem Typenschild. Wie lange deine Powerstation reicht, rechnest du mit dem Powerstation-Rechner aus.

Wohnst du zur Miete? Frag vor dem Kauf eines Gas- oder Petroleumofens deinen Vermieter. Die Hausordnung oder der Mietvertrag können solche Geräte verbieten. Der Schornsteinfeger berät dich zur sicheren Nutzung.

Kohlenmonoxid: die unsichtbare Gefahr

Kohlenmonoxid (CO) ist farblos, riecht nach nichts und ist schon in kleinen Mengen lebensgefährlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung zählt in Deutschland jedes Jahr mehrere tausend Vergiftungen, darunter mehrere hundert Todesfälle. Viele passieren im Winter, wenn Menschen in geschlossenen Räumen heizen.

  • CO-Melder aufhängen, im Raum mit der Wärmequelle und im Schlafzimmer. Er läuft mit Batterie, also auch beim Stromausfall. Laut BBK erhöht er deine Sicherheit.
  • Ein Rauchmelder ersetzt keinen CO-Melder. Er erkennt Rauch, aber kein Kohlenmonoxid. Du brauchst beide.
  • Warnzeichen: Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und plötzliche Müdigkeit, oft bei mehreren Personen gleichzeitig.
  • Bei Verdacht: Flamme aus, Raum verlassen, Fenster öffnen, wenn das gefahrlos geht, und 112 anrufen.

Das hilft beim Heizen ohne Strom

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Für Licht, Radio und Heizdecke lohnt sich eine Powerstation. Welche Größe passt, zeigt der Powerstation-Vergleich.

Die 5 häufigsten Fehler

1

Mit Grill, Campingkocher oder Gasherd heizen. Kohlenmonoxid sammelt sich unbemerkt. Lebensgefahr.

2

Die ganze Wohnung warm halten wollen. Besser einen Raum nutzen und die Türen schließen.

3

Gar nicht mehr lüften. Feuchtigkeit und verbrauchte Luft sammeln sich. Lieber mehrmals am Tag kurz stoßlüften.

4

Heizlüfter an der Powerstation. Der Akku ist nach kurzer Zeit leer und fehlt dann für Licht und Radio.

5

Kerzen unbeaufsichtigt lassen. Brandgefahr, gerade in der Nähe von Decken und Vorhängen.

Häufige Fragen

Funktioniert meine Gasheizung bei Stromausfall?

Meist nicht. Gas- und Ölheizungen brauchen Strom für Steuerung, Zündung und Umwälzpumpe. Auch Wärmepumpen und die Pumpen im Fernwärme-Anschluss fallen aus. Ohne Strom läuft nur ein Kaminofen, der mit Holz oder Briketts befeuert wird.

Darf ich einen Gasheizer in der Wohnung benutzen?

Nur, wenn das Gerät ausdrücklich für Innenräume zugelassen ist. Das BBK nennt solche Geräte als Möglichkeit, verlangt aber eine Sicherung gegen Sauerstoffmangel und Flammenausfall. Dazu gehören ein Kohlenmonoxid-Melder und regelmäßiges Lüften. Terrassenheizer, Campingkocher und Grill gehören nie in die Wohnung. Lass dich vor dem Kauf beraten, zum Beispiel vom Schornsteinfeger, und frag als Mieter deinen Vermieter.

Kann ich mit einer Powerstation heizen?

Kaum. Ein Heizlüfter braucht rund 2.000 Watt. Eine Powerstation mit 1.000 Wh ist damit nach etwa einer halben Stunde leer. Sinnvoller ist der Strom für Licht, Radio, Handy, Heizdecke oder eine kleine Wärmequelle am Wickeltisch.

Wie halte ich nachts warm?

Schlafe im wärmsten Raum, mit Isomatte oder Decke unter dir, in einem Schlafsack mit passender Komforttemperatur. Trag Mütze und trockene Socken. Eine Wärmflasche wärmt den Schlafsack vor. Zieh Vorhänge und Rollläden zu, das hält Wärme im Raum.